zunächst noch einmal vielen Dank an Euch alle, dass Ihr so viel Geduld mit uns hattet. Nun aber zur Jukebox: Dieses Mal schieden nur zwei Beiträge der letzten Runde aus: Dalida & Alain Delon - "Paroles … Paroles …" und ebenso Gordon Lightfoot - "The Wreck of the Edmund Fitzgerald". Damit Tür auf für zwei neue Titel in den Top Ten. Diese stammen von der Band Grand Funk und der UK-Pop-Gruppe Fox. Leider erwiesen sich die anderen Neuvorschläge bei uns nicht als mehrheitsfähig. Was gibt's auf den Rängen 11 und 12? Mal wieder kommt Rang 11 zweimal vor: Raymond Lefèvre - "Soul Coaxing (Ame Caline)" und dito Gilbert Bécaud - "Lebewohl".
Heute beginnen wir mal mit einem deutschen Song, den uns Karel Gott - unser Freund aus Prag - darreicht. Dieser für ihn ungewöhnlich flotte Titel erwies sich hierzulande nach dem berühmten "Weißt du wohin" - der Schiwago-Melodie - als sein zweiter großer Erfolg und katapultierte ihn in die höchsten Hitparaden-Regionen. Die Kurzrille verblieb etwa dreieinhalb Monate in den hiesigen Charts und kam bis auf Rang Zehn, während der Schiwago-Song allerdings auch nur einen Platz erfolgreicher war. Insgesamt gelang der "goldenen Stimme aus Prag" in deutschen Landen Unmengen weitere Charttreffer: Denkt nur an Aufnahmen wie "Einmal um die ganze Welt" (1970), "Wie der Teufel es will" (1976) , "Die Biene Maja" (1977) "Das Mädchen aus Athen" (1978) und natürlich die äußerst wertvolle "Babicka" (1979). Aufsehen erregte Karel Gott 2008, als er mit dem deutschen Rapper Bushido die deutsche Version des Alphaville-Klassikers "Forever young" zum Besten gab. Bei ihnen hieß der Song dann eben "Für immer jung". Unvergessen auch das Konzert von Alphaville in Prag von 2009 - mit dem Überraschungsgast Karel Gott.
Vom großen tschechischen Sänger kommen wir nun zu einer der profiliertesten Jazz-Rock-Bands, die unsere Welt je gesehen und gehört hat: Chicago, im Jahr 1967 ebendort gegründet. Die Gründungsmitglieder Peter Cetera, Robert Lamm, Terry Kath, James Pankow, Walter Parazaider und Lee Loughname spielten vorher in renommierten Jazz-Bands oder wirkten in diversen Orchestern mit. Ihr Konzept, den harten Rocktönen eine jazzige Komponente beizufügen, ging voll auf. Davon künden die Verkaufszahlen ihrer Langrillen, welche die Gruppe fast durchwegs einfach durchnummerierte - zu Beginn mit römischen Ziffern, später ab 1979 ersetzten die Musiker diese durch arabische Zahlsymbole. Derweil offenbarte sich 1978 als ihr Schicksalsjahr, als der Gitarrist Terry Kath sein Leben beim russischen Roulett ließ. Zu diesem Zeitpunkt fiel die Band fast auseinander, gab jedoch das Album "Hot Streets" heraus - so ziemlich das einzige seiner Art mit einem Worttitel. Während sich ihr Vinyl in den Staaten seit Anbeginn glänzend verkaufte, stapelte es sich europaweit in den Plattenshops. Dies änderte sich erst im Jahr 1976, als die brillante Jazz-Single "If you leave me now" schließlich das Licht der Welt erblickte, welche der Jazz-Rock-Combo auch in europäischen Gefilden zu großen Ruhm verhalf. Von da an änderte sich auch der Stil ihrer Musik, was ihnen Kritiker bis heute gern um die Ohren hauen. Wir legen für Euch den Rock-Song "Alive again" aus dem Werk "Hot Streets" (1978) auf den Plattenteller. Viel Spaß! Mit der Laufenden Nummer 13 spielen wir für Euch etwas von der ehemaligen US-Gesangstruppe The Tymes, welche ähnlich den Drifters und den Stylistics gegen Mitte der Siebziger auf der britischen Insel ein Comeback wagten und gewannen: Ihre dortigen Kurzrillen "You little Trustmaker" (1974) und "Ms. Grace" (1975) sprangen nach einer jahrelangen Durststrecke in die internationalen Hitparaden zurück und bescherten der Soul-Combo fernab ihrer Heimat Philadelphia neue Charterfolge. Dabei lagen ihre großen Titel, die sie in den Staaten vorweisen konnten, schon mindestens zehn Jahre zurück: Unvergessen ihre Balladen "So much in Love" und "Wonderful! Wonderful!"; beide erblickten im Jahr 1963 das Licht der Musikwelt. Leider verebbte ihre zweite Karriere nach einigen Umsetzungen wieder. Allerdings versuchten drei Original-Mitglieder 2006, die Gesangstruppe erneut zu beleben und standen immerhin noch einmal auf der Bühne. Die gab vielen Fans ihrer Musik die Gelegenheit, ihre Idole live erleben zu dürfen. Na also!
Neben den Berliner Barden Schobert & Black galt vor allem das dortige Quartett Insterburg & Co. als die Vertreter der "Kunst des höheren Blödsinns". Gern traten die Herren Insterburg, Dall, Ehlebracht und Barz mit ihren teils selbstgefertigten Musikinstrumenten auf und nahmen sich dabei gegenseitig auf die Schippe. Aber erst ihre Auftritte in der Fernsehshow "Musikladen" machten die Vier hierzulande richtig populär, was jedoch auch an ihrem schrägen Humor lag. Und sogar auch die deutschen Single-Charts waren nicht vor ihnen sicher: Die Kurzrillen "Ich liebte ein Mädchen" (Sänger: Ingo Insterburg) sowie das "Diese Scheibe ist ein Hit" des Karl Dall ergatterten 1974 bzw. 1975 recht hohe Positionen. Was auch für ihre meist live aufgenommenen Alben galt: "Sketsch Up" (1972) und "Hohe Schule der Musik" (1973) hielten sich wacker in den LP-Hitparaden. Für Euch halten wir die Langrille "Herzlichen Glückwunsch zur Eintrittskarte" (1974) bereit - live im Großen Hörsaal der Uni Hamburg aufgenommen. Genießt mit uns ihr Lied über einen verkorksten Urlaub im spanischen Benidorm. Und da heißt es: "In Benidorm, die Sommernacht, nie will ich sie vergessen. Wir saßen unter Stahlbeton und haben deutsch gegessen. Bei Vollmond an der Autobahn gingen wir Hand in Hand. Ich habe nie das Meer gesehen, ich sah nur Wand an Wand." Na prima, was für eine romantische Zeit am Strand!
Vom "höheren Blödsinn" der Insterburgs nun zu einer der langlebigsten Rockgruppen dieser Welt: zu "Status Quo". Gegründet schon im Jahr 1962, allerdings als "The Paladins", die ihrem Namen später in "The Spectre" und "Traffic Jam" änderten. Erst gegen 1967 gingen die Londoner Francis Rossi, Rick Parfitt, Alan Lancaster, John Coghlan und Andy Bown als "Status Quo" an den Start. Ihre ersten Nummern wie "Pictures of Matchstick Men" (1968) erinnerten an die glänzenden Zeiten des Psychedelic-Rocks, während die Musiker zu Anfang der Siebziger deutlich härtere Töne anschlugen. In unvergessener Weise gelangen ihnen mit ihren Stücken "Paper Plane" (1972), "Caroline" (1973), "Down Down"(1974), "Mystery Song" und "Wild Side of Life" (beide 1976) zumeist ein recht einfach gestrickter, jedoch äußerst wirkungsvoller Hardrock, welcher sich vortrefflich für die Bühnen eignete. Nicht umsonst steht die Band bis heute für eine grandiose Live-Show. Auch wenn die Jungens mal mit ungewohnten Titeln wie "Living on an Island" (1979) und "In the Army now" (1985) je einen neuen Sound wagten. Warum auch nicht? Auf Wunsch legen wir für Euch allerdings den Rock-Song "Caroline" von 1973 auf den Plattenteller, welcher aus der Feder des Francis Rossi stammt. Bei uns erlangte der flotte Track Bekanntheit, als die Band einst in der "Disco" des Ilja Richter auftauchte.
Last, but not least schließen wir diese Runde, wie wir sie begonnen haben: mit einem Lied aus den bewährten Sechzigern: Dazu laden wir den britischen, eigentlich schottischen Barden Donovan zu einem Besuch ein. Hier singt er für uns sein selbst verfasstes Werk "Sunshine Superman" aus dem Jahre 1966, welches aus der gleichnamigen Langrille stammte. Der Song stellte laut der britischen Zeitung "The Guardian" die erste Platte im Stil des Psychedelic Rock dar. Wer sie kennt, weiß, was gemeint ist. Wie zum Thema passend liefern wir das passende Video dazu: Das Filmchen zeigt die US-amerikanische Schauspielerin Sue Lyon, welche im Skandalfilm "Lolita" (1962) des Stanley Kubrick eindringlich brillierte. Übrigens galt "Sunshine Superman" mit einem Platz Zwo in seiner Heimat und der Pole Position in den Staaten als sein kommerziell erfolgreichster Song. Der stets uneitle Musiker startete seine Karriere 1965 mit guten alten englischen Folk-Rock, um in den Siebzigern mit Musikgrößen wie Chris Spedding, Cozy Powell und sogar David Bowie zu arbeiten. Dieser überließ ihm 1974 den Song "Rock 'n' Roll with me", den Donovan auf einer Kurzrille genial coverte. Um 1980 zeigte sich der Musiker von seiner politischen Seite und veröffentliche das Album "Neutronica", wo er gegen die damals aktuelle Neutronenbombe zu Felde zog. Dabei bezeichnete er diese Waffe als eine "Immobilienbombe", welche die Gebäude intakt ließ, aber die Menschen spurlos auslöschte. Allerdings verfügte diese Platte auch über ein nettes Liebeslied, an ein kleines Mädchen gerichtet. Des weiteren beteiligte er sich an einem Kinderbuch, erwarb die Ehrendoktorwürde der Universität Herfordshire und anno 2009 zeichnete ihn die französische Regierung mit dem "Orden der Künste und der Literatur" aus. Wenn auch die meisten Musikfans ihn mit seinem Megatitel "Atlantis" verbinden. Was soll's? Donovan wird dies vermutlich egal sein. Außerdem ist "Atlantis" ein absolut stilbildendes Musikstück, das bis heute seinesgleichen sucht.