während an vielen Orten dieser Welt gekämpft wird, wählen wir einen friedlichen, musikalischen Weg der Völkerverständigung. Und in diesem Sinne bieten wir Euch auch in dieser Ausgabe wieder eine tolle Top Ten, dazu sechs astreine Neuvorschläge, mit reichlich Info zu unseren heutigen Titeln garniert. Per Votum sind vier Beiträge der letzten Runde ausgeschieden: Les Humphries Singers - "Kansas City", Charles Aznavour - "She", Grand Funk - "Some Kind of Wonderful" und dito Fox - "Only you can". Aber Ihr könnt ja auch andere Songs dieser Interpreten jederzeit reinwählen. Was gibt's auf den Rängen 11 und 12? Mal wieder kommt Rang 11 zweimal vor: Fox - "Only you can" und dito Grand Funk - "Some Kind of Wonderful".
Und nun -Trommelwirbel - starten wir mit unserer neuen Ausgabe und übergeben das Szepter an unsere ersten Interpreten für heute: Den Anfang macht bei uns die britische Glamrock-Band "Hello", welche mit ihrem Monsterhit "New York Groove" Ende 1975 einen signifikanten Eindruck hinterließ. So sehr, dass niemand Geringerer als Ace Fehley - Ex-Leadgitarrist der US-amerikanischem Hardrock-Band Kiss - den Titel als Beitrag für das Projekt der Solo-Alben aller vier Bandmitglieder zur Verfügung stellte. Und noch mehr: Nach anfänglichem Zögern brachte Frehley sein Hello-Cover im Jahr 1978 sogar als eigene Kurzrille heraus. Der Erfolg gab ihm damals recht: Mit Platz 13 in den US-Charts holte er mit seiner Platte damals mehr heraus als seine Bandkollegen mit ihren 45'ern. Doch zurück zur Original-Fassung von "Hello": Auf der britischen Insel erreichte der Song mit dem Stampf-Beat immerhin Rang 9, während hierzulande gar ein siebter Platz heraussprang. Also, was klar war: Ein Single-Nachfolger für "New York Groove" dürfte es im Musik-Business schwer haben. Jedoch setzten die Musik-Bosse abermals auf den Gitarristen und Songwriter Russ Ballard, der ihnen mit "Star Studded Sham"abermals einen coolen Song überließ. Doch diesmal zündete der Funke leider nicht. Zwar landete das poppige Werk in deutschen Landen immerhin noch auf Platz 16, segelte aber im Vereinigten Königreich am Erfolg vorbei. Macht nichts, dies spielt bei uns keine Rolle. Leider bedeutete ein neuer Sound - nämlich der "Punk"- , welcher sich gegen Ende des Jahres 1976 allmählich in England etablierte, das endgültige Aus der vielen großen und kleinen Glamrock-Bands.
Nun eine Hardrock-Band, für die es niemals aus ist: Led Zeppelin aus Großbritannien. Die Vier gelten bis heute als die protypische Hardrock-Band, obwohl sie auch andere Stilrichtungen wie beispielsweise den Blues favorisieren. Wir kramten in alten Archiven und fanden die Single "The Ocean" aus der Langrille "Houses of the Holy" von 1973. Auf Wunsch landet dieses Vinyl auf unserem Plattentisch. Hier macht es wohl das starke Gitarren-Riff und Plant's einzigartige Röhre. Der nette Rocker schaffte hierzulande Rang 9 der Charts, verblasste jedoch leider in der restlichen Welt. Und dies, obwohl ihre zwei bekanntesten 45'er (Whole lotta Love / Nr. 1 in Deutschland und Immigrant Song / Nr. 6) sehr erfolgreich waren. Allerdings hielten die vier Hardrocker offenbar wenig von Kurzrillen und wollten gar die Plattenbosse daran hindern, ihre Werke aus den Alben auszukoppeln. Gut, dass nichts daraus wurde. Schließlich wäre es für den Rockfan kaum vorstellbar, würden ihre Lieder in den internationalen Hitparaden fehlen. Bleibt noch zu klären, woher der Bandname eigentlich stammte. Ganz einfach: Als Keith Moon, einst Drummer von The Who, nach einer möglichen Band von Jimmy Page gefragt wurde, schüttelte dieser den Kopf und entgegnete trocken: "Eine Band um Jimmy Page müsste abstürzen wie ein bleierner Zeppelin." Zugegeben, möglicherweise handelt es sich hierbei nur um eine Legende, die sich allerdings bis heute hartnäckig in den Gazetten hält.
Mit der Laufenden Nummer 13 legen wir für Euch eine Prise Krautrock vom Feinsten auf den Plattenteller: Die Techno-Pioniere von Kraftwerk (Ralf Hütter, Florian Schneider, Wolfgang Flür und Karl Bartos) schickten uns kurzerhand ihre "Roboter" vorbei und ließen diese ihren Titel von 1978 spielen. Dazu gab es eindrucksvollen TV-Auftritt in einer Pop-Sendung des ZDF, den wir hier als Video beilegen. Was nur wenige wissen: Bis 1973 fungierten die vier Düsseldorfer tatsächlich als eine Krautrock-Band unter vielen, welche auf akustischen Sound setzten. Doch dann entschieden sich die vier Klangkünstler fortan eher für elektronische Musik. Als gutes Beispiel steht dafür das Album "Autobahn" mit der gleichnamigen Kurzrille. Es zeigte sich, wie sehr der Soundwechsel zum Erfolg der Gruppe beigetragen hatte. Denn sowohl in Europa als auch in Amerika sprangen exzellente Chart-Notierungen heraus: Während die Langrille in England und den USA in die Top Five gelangte, kletterte das Werk hierzulande immerhin auf Rang 7. Ähnliches galt fürs kleine Vinyl: In den deutschen Hitparaden kam die Single bis auf den neunten Platz, auf der britischen Insel war es der elfte. Doch richtig los ging es für die Herren aus dem Rheinland erst mit der LP "Die Mensch-Maschine" und den Songs "(Wir sind) Die Roboter" und "Das Model" von 1978. Eines noch: Im Titel spricht Sänger Ralf Hütter an mehreren Stellen Russisch. Die Übertragung ins Deutsche liefert: "Ich bin dein Diener/ Ich bin dein Arbeiter".
Nach diesem Ausflug ins Reich der Elektronik folgt nun ein Beitrag, welcher eher bodenständig rüberkommt. Mitte der Siebziger gab der schottische Musiker Rod Stewart das Album "Smiler" heraus, gefüllt mit Rock-Stücken im alten Stil seiner Anfangszeit. Auf der AMAZON-Plattform schrieb ein Musik-Fan: "Eines seiner ersten, damals noch dreckigen Alben. Da spürt man noch, dass er seine Musik geliebt hat." Mit dabei wunderschöne Balladen wie "Farewell" und der knackige Rocker "Sailor" - bitte nicht mit dem Million-Seller "Sailing" verwechseln. Was aber dieser Fan mit seinem Kommentar meinte: Rod Stewart war bis zu dieser Zeit Frontmann der sagenumwobenen Faces, für die damals auch ein gewisser Ron Wood in die Saiten griff. Kurz darauf hatte Stewart die Truppe verlassen, welche daraufhin zerfiel. Doch zurück zum Thema: Im Herbst des Jahres 1974 gab der Sänger die Kurzrille "Farewell" heraus, auf der Rückseite überraschte der Schotte sein Publikum mit einem Medley zweier Songs des US-Soulsängers und Bürgerrechtlers Sam Cooke: Die Songs "Bring it on home to me" und "You send me" wurden durch gewitzte Produzenten in genialer Art und Weise miteinander verknüpft. Das ungeübte Ohr findet keinen Riss im Lied, alles erscheint wie aus einem Guss. Dazu verleiht die Reibeisenstimme des Künstlers dem Ganzen noch die eigene Note. Sein heimisches Publikum belohnte Rod Stewart mit Platz Sieben in den britischen Charts. Viel Spaß beim Song!
Vom kühlen England führt uns der Weg nun in das manchmal heiße Los Angeles, wo die US- Jazz- und Pop-Sängerin Donna Hightower - unsere nächste Interpretin - aufwuchs. Anfangs sang sie Gospel-Songs, während sie in den Sechzigern mit Jazz-Titeln in den Staaten große Berühmtheit erlangte und sogar in Paris mit Quincy Jones arbeitete. Ab 1970 wandte sich Donna Hightower jedoch der Pop-Musik zu und wurde hierzulande gegen 1973 mit ihrem Smashhit "This World today is a Mess" bekannt. Dieser "Chaos-Song" erreichte in Europa die Herzen der Menschen, wobei er stark an die Gospel-Musik erinnerte. Dieses Land erlebte 1973 bis 1974 einen regelrechten Hype um Frau Hightower, welche von einer Musik-Show zur nächsten durchgereicht wurde. Schließlich bedachten die Macher der ultimativen Krimi-Serie "Der Kommissar" die Dame aus Amerika sogar mit einem kurzen Auftritt in der 76. Episode "Sein letzter Coup". Aber Donna konnte sich damals noch mit weiteren Songs wie der schönen Ballade "Here I am" und dem Jazz-Song "I'm in Love with Love" weltweit in den Charts platzieren. Erst 1991 kehrte sie in ihre Heimat zurück, um dort als eine Art Fundraiser zu arbeiten. (Ein solcher Fundraiser sammelt Spendengelder für kulturelle oder gemeinnützige Veranstaltungen.) Jahre später gelang der Sängerin zusammen mit dem englischen Musiker Sonny J. noch einmal ein Comeback in den Hitlisten; ihr Song "Handsfree (If you hold my Hand)" landete in England immerhin noch auf Rang 77. Donna, viel Glück bei uns! Leider verstummte die Stimme der sympathischen Künstlerin im Jahr 2013 für immer. Last, but not least bitten wir noch Bryan Ferry - den Gentleman des britischen Pop sowie Edelrocker des Glam-Stil - auf unsere Bühne. Als Frontmann der Gruppe "Roxy Music" bezauberte er in den Siebzigern sein Publikum per speziellem Timbre seiner Stimme. Im Jahr 1973 begann Ferry parallel zur seiner Band eine Solo-Karriere und versuchte es zu Beginn dieser Zeit mit Cover-Versionen von Stücken vergangener Tage - gern aus den Dreißigern und Vierzigern. Dafür standen seine Langrillen "These Foolish Things" (1973) und "Another Time, Another Place" von 1974. Geschickt verpassten die Plattenbosse echten Oldies wie "The 'In' Crowd", "Smoke gets in your Eyes" und "You are my Sunshine" des Jimmie Davis ein neues, modernes Gewand, während Sänger Ferry den Songs seinen persönlichen Stempel aufdrückte. Was die Fans erfreute, und die Platten gingen weg wie warme Semmeln. Die LP-Nachfolger "In Your Mind" (1977) sowie "The Bride Stripped Baer" (1978) blieben in der Spur und ließen die Kassen ebenso klingeln. Allerdings gönnte sich Mr. Ferry hernach eine schöpferische Pause, bevor schließlich Mitte der Achtziger sein Album "Boys and Girls" das Licht der Welt erblickte, sogar noch erfolgreicher als die Vorläufer. Auf Wunsch legen wir das Werk "Another Time, Another Place" in den Fokus und spielen für Euch sein geniales Cover des Oldtimers "Smoke gets in your Eyes" von 1974. Ursprünglich stammt das schöne Lied aus dem US-Musical "Roberta" von 1933, geschrieben von den Herrn Jerome Kern und Otto Harbach. Zur originalen Besetzung am Broadway zählten übrigens so bekannte Namen wie Bob Hope, Fay Templeton, Sydney Greenstreet und Fred MacMurray. Die Fassung von Bryan Ferry kommt gut instrumentiert rüber, schwächelt aber etwas an der zu lauten Musik. Wie auch immer - dieser alte Klassiker im neuen Kleid wirkte sehr faszinierend und hatte seinen Reiz. Vor allem das klasse Saxophon-Spiel zu Ende des Tracks.