willkommen bei einer brandneuen Ausgabe unserer Hitparade. Wie immer an dieser Stelle bieten wir Euch eine aktuelle Top Ten, gefolgt von sechs Neuvorstellungen. Hoffentlich ist wieder was für Euch dabei. Unsere Neuvorschläge kommen heute von Slade, Bonnie Tyler, der Spider Murphy Gang, Édith Piaf, Neil Diamond und dem Electric Light Orchestra. Aber später mehr davon. Welche Titel haben uns verlassen? Für heute sind dies: Chicago - "Alive again", Donovan - "Sunshine Superman", Led Zeppelin - "The Ocean" und sehr überraschend The Steve-Miller-Band - "Take the Money and run". Und die britischen Schwermetall-Rocker von Led Zeppelin verließen uns leider schon nach einer Ausgabe. Schade! Im Gegenzug begrüßen wir vier neue Beiträge bei uns. Diese kommen von Daliah Lavi, Pink Floyd, Kate Bush und Robert Palmer. Und auf den Rängen 11 und 12 sieht es wie folgt aus: Platz 11 erscheint doppelt (ganz ohne Alkohol): The Steve Miller Band - "Take the Money and run" und ebenso Cindy & Bert - "Der Hund von Baskerville". Hat also mit der deutschen Fassung von "Paranoid" nicht geklappt. Macht nichts.
Werfen wir aber einen Blick auf die aktuellen Neuvorstellungen: Wie eingangs erwähnt bieten wir Euch dieses Mal mit Slade, Bonnie Tyler, der Spider Murphy Gang, Édith Piaf, Neil Diamond und dem Electric Light Orchestra einige echte Hochkaräter an. Im Detail: Folgende neue Songs versuchen, den Sprung in unsere Top Ten zu schaffen. Ob dies gelingt, hängt einzig und allein von Euch ab. Den Auftakt macht unsere Laufende Nummer 11: im Jahr 1966 im englischen Wolverhampton, Zentrale des britischen Ruhrpotts, gegründet, reüssierten die vier Rock-Musiker Noddy Holder, Dave Hill, Jim Lea und Don Powell zunächst im militanten Skinhead-Look. Als jedoch der Erfolg bei der Arbeiterjugend ausblieb und sich zudem die örtlichen Clubbesitzer über das aggressive Publikum dieser Band beschwerten, änderte ihr Manager Chas Chandler, einst Bassist der legendären Animals, das Outfit zugunsten farbenfroher Phantasie-Kostüme, welche an die morbide Welt des Kubrick-Thrillers "Uhrwerk Orange" erinnerten. Fortan zierten große schwarz Hüte, teils mit Spiegeln beklebt, ihr gebauschtes, gewelltes Langhaar; silberglänzende Weltraum-Fracks unterstrichen bald ihre Zugehörigkeit zum damals neu erstandenen Glam-Rock. Ihre selbst verfassten Songs stammten aus der Mache von Frontmann Noddy Holder und dem Multiinstrumentalisten Jim Lea, der ihre Musik mit Violinklängen und seinem Pianospiel bereicherte. Als Kernpunkt der Truppe galt Noddy mit seiner extrem lauten Gesangsstimme. An diesem Punkt vermochten die britischen Rock-Fans ihnen zu folgen. Und die Vier kamen schnell aus den Startlöchern: Mit ihren Dampfhammer-Titeln wie "Mama weer all crazee now", "Cum on feel the Noize" und "Skweezie me, pleeze me" eroberten sie die heimischen Charts wie im Flug. Zwischen 1971 und 1975 schafften ihre Singles alle den Sprung in die Top Twenty, davon sechs Mal sogar als Spitzenreiter. Eine Bilanz, wie es sie seit den Beatles nicht gegeben hatte, schwärmten die englischen Kritiker. Leider gelang es Holder & Co. nie wirklich, in den USA Fuß zu fassen. Jedoch attestierten dortige Musik-Kenner den Vieren aus Wolverhampton zumindest einen "spektakulären guten Rock 'n' Roll". In diesem Sinne legen wir für Euch als Wunsch den Song "Coz I luv you" von 1971 auf. Beachtet bitte dabei die seltsame Schreibweise dieses Titels.
Am 8. Juli 2026 meldeten die Medien den Tod der beliebten Pop- und Rock-Sängerin Bonnie Tyler, die ursprünglich aus Wales stammte und in Portugal verstarb. Dank ihrer einprägsamen Reibeisenstimme machte sie erst europaweit, dann weltweit von sich reden. Schon ihre zweite Kurzrille "Lost in France" begeisterte das europäische Publikum, hievte die Platte auf beiden Seiten des Ärmelkanals in Spitzenpositionen. Hierzulande sprang sogar ein dritter Platz heraus. Kurz später musste sich Bonnie einer Stimmband-Operation unterziehen. Allerdings hielt sich die Sängerin nicht an die Anweisungen von Onkel Doktor, während ihrer Klinikzeit nicht zu sprechen. Die Folge: Ihre Stimmbänder erholten sich nicht gut genug von diesem Eingriff, und ihre Stimme bekam einen rauen Klang. Ihre Befürchtung, die Zeit als Sängerin sei zu Ende, bewahrheitete sich zu Bonnie's Freude jedoch nicht. Denn die Reibeisenstimme erwies sich als ihr Erkennungsmerkmal. Und ihre neue Platte "It's a Heartache" geriet 1978 zum Welthit. Leider gingen die Plattenverkäufe etwas zurück. Was sich erst ändern sollte, als ein gewisser Jim Steinman, Produzent von Meat Loaf, die Bühne betrat und Bonnie unter seine musikalischen Fittiche nahm. Unter seiner Ägide zündeten ihre Langrillen "Faster Than the Speed of Night" (1983) und "Secret Dreams and Forbidden Fire" (1986) und verkauften Millionen. Die aus diesen Meisteralben ausgekoppelten Singles "Total Eclipse of the Heart" und "Have you ever seen the Rain?" (beide 1983) sowie "Holding Out for a Hero" (1984) aus dem Kinofilm "Footloose" taten es den Langrillen gleich und kamen bei den Musikfans bestens an. Daher legen wir für Euch das beliebte "Total Eclipse of the Heart" auf den Plattenteller. Übrigens stammt die männliche Stimme dieses Songs (bei "Turn around") vom kanadischen Rocksänger Rory Dodd, Musiker in Diensten des Jim Steinman.
Ja, gibt's das denn auch? Unser deutscher Beitrag stammt heute aus dem tiefsten Bayern und bietet einen strammen Rhythmus: Die Spider Murphy Gang aus München kommt uns mit Rock-Musik im Stil der berühmten US-Punker Ramones. Inhaltlich geht es um einen witzigen, vielleicht sogar kritischen Song über Bekanntschafts-Annoncen: "Wo bist du?" - aus dem Album "Tutti Frutti". Die Gruppe um Frontmann Günther Sigl, bekannt durch Rock'n'Roll in bayrischer Mundart, verzeichnete mit "Skandal im Sperrbezirk" vom September 1981 ihren bisher größten Erfolgshit im alpenländischen Raum: Einen Number- One-Titel in Deutschland, Österreich und der Schweiz zugleich zu schaffen, gelingt nicht allen Interpreten. Zumal diese Nummer von zahlreichen Radiostationen schlichtweg boykottiert wurde. Jedoch ging dieser Schuss nach hinten los, denn die kleine Platte verkaufte sich wieder Erwarten bestens. Wie allgemein bekannt sein dürfte, glänzte die Münchner Truppe außerdem mit fetzigen Titeln wie "Rock'n'Roll Rendezvous" (1980) , "Schickeria" (1982) und dito "Pfüati Gott Elisabeth" (1984). Wie eingangs erwähnt, hört Ihr bei uns (mit der Nummer 13) ihren Rock-Song "Wo bist du?". Das Lied warnt eindeutig vor der immer größer werdenden Single-Gesellschaft, was sich im Liedtext widerspiegelt. Denn dort geht es um eine junge gebildete Frau und einen erfolgreichen, modernen Mann, welche jeweils einen Partner suchen. Und diese treffen sich dann im "Club der einsamen Herzen". Ja bravo! Eines noch: Wisst Ihr eigentlich, woher der Name "Spider Murphy" stammt? Er wird im Song "Jailhouse Rock" des Elvis Presley erwähnt, ziemlich am Anfang des Liedes.
Auf diese bayrische Combo folgt nun "der Spatz von Paris" - mit anderen Worten: die große französische Sängerin Édith Piaf, weltweit durch ihre Chansons wie "La Vie en Rose" (1947), "Milord" (1959) sowie "Non, je ne regrette rien" (1961) berühmt geworden. Insgesamt nahm die quirrlige, zierliche Dame an die 200 Lieder auf. In einem Pariser Arbeiterviertel geboren, zeichnete sich ihr frühes Leben durch Armut und Entbehrung aus. Von der Mutter verlassen, kümmerte sich ihr Vater, ein Pariser Artist im Zirkus, um seine unterernährte Tochter. Mit 15 Lenzen lebte Édith als Straßensängerin, bis eines Tages ein Nachtklub-Besitzer auf das Mädchen und ihre eindrucksvolle Stimme aufmerksam wurde. So nahm sie im Alter von 20 Jahren ihre erste Schallplatte auf, jedoch ließ der große Durchbruch noch einige Jahre auf sich warten. Ab 1940 reiste sie bereits durch ganz Europa, von einer Bühne zur nächsten. Allerdings erwies ihr Leben als ein ständiger Kampf mit Drogen, Tabletten und den Alkohol. Und auch Männer spielten in ihrem kurze Leben eine große Rolle, denken wir nur an Sänger und Schauspieler Yves Montand, dem Chansonier und Songwriter Georges Moustaki und den Allround-Künstler Jean Cocteau. Moustaki war es auch, der zur Komposition von "Milord" den Text beisteuerte. Als die Komponisten Charles Dumont und Michel Vaucaire im Jahr 1960 die bereits todkranke Sängerin in ihrer Wohnung besuchten, um ihr das Lied "Non, je ne regrette rien" anzubieten, schien Madame Piaf zunächst nicht interessiert. Erst als sie den genauen Text des Chansons aufmerksam studierte, war sie plötzlich Feuer und Flamme. Quellen zufolge rief sie: "Das ist das Lied, auf das ich gewartet habe. Es wird mein größter Erfolg sein! Ich will es für meinen kommenden Auftritt in L'Olympia!" Und wir erfüllen mit diesem Lied einen Hörerwunsch. Viel Vergnügen!
Von Frankreich führt unser Weg nun in ein Nachbarland der Franzosen: nach Spanien. Dort lebte und wirkte einst der Jahrhundert-Künstler Pablo Picasso. Und niemand Geringerer als der Starsänger und Entertainer aus Brooklyn, Neil Diamond, hat diesem Genie ein musikalisches Denkmal gesetzt: 1974 veröffentlichte Mr. Diamond sein erfolgreiches Album "Serenade", welches so schöne Lieder wie "Longfellow Serenade", "Rosemary's Wine" und "I've been this Way before" aus dem Ärmel zaubert. Jedoch findet der Musikfan auf dieser Langrille auch ein Musikstück, welches sich in Bezug auf Musikstil, Rhythmus und Text von den anderen Songs deutlich unterscheidet: Das Meisterwerk "The last Picasso" glänzt mit verschiedenen Tempi und edler Instrumentierung: die fein pointierte Percussion ebenso wie das geniale Jazz-Saxophon gegen Ende des Tracks. Nein, als leicht zugänglich dürfte wohl niemand diesen Beitrag des Albums "Serenade" bezeichnen. Zu kompliziert auch der Text, obgleich trotzdem überschaubar: Da kauft ein Kunst-Museum gerade das letzte Gemälde des spanischen Meisters und konserviert es als etwas extrem Kostbares für die Ewigkeit. Hingegen repräsentiert (der zitierte) Don Quixote den Träumer, dessen Worte in unserer Realität längst ihren Sinn verloren haben. Während also das Museum das Gemälde des Picasso wegschließt und unsere gegenwärtige Welt ihre Fantasie und Träume verliert, bleibt dem Autor die geliebte Person, mit der er sein Leben teilt. Und beide werden eins und damit so wertvoll wie "der letzte Picasso". Dieser Gedanke verwandelt das schöne Werk eigentlich zu einer einzigartigen Liebesarie - auf höherem Level. Freilich, es gibt von Neil Diamond, dem öfters ein Hang zur leichten Muse nachgesagt wurde, einfacher gestricktes Liedgut. Und sein Label wagte mit diesem jazz-ähnlichem Song als A-Seite einer Single-Platte einiges, jedoch wäre der Welt möglicherweise sonst dieses Meisterwerk entgangen. Und der WDR-Redakteur Wolfgang Neumann bemerkte im Jahr 1975 nur: "Ein musikalisches Gemälde von Neil Diamond!". Und bitte habt Verständnis, dass wir im Video lieber der stattlichen Album-Version den Vorzug geben und auf die seltsam zerstückelte Single-Edition dieses Songs verzichten. Ansonsten würde das Opus nur irgendwie zerfleddert erscheinen, was wir vermeiden wollten. Danke Euch!
Nun wird's Zeit für unsere letzte Neuvorstellung für heute, und diese kommt mal wieder vom Electric Light Orchestra (ELO), welches seit Mitte der Siebziger für progressive Musik steht. Einst von der Birminghamer Rockband "The Move" spaßeshalber als Zweitprojekt gegründet, überflügelte der Erfolg des (damals neuen) Electric Light Orchestra den der Stammtruppe, welche sich im Jahr 1972 auflöste. Die Gründungsmitglieder von ELO: das Multiinstrumental-Genie Roy Wood, der Schlagzeuger Bev Bevan und der Musiker und spätere Produzent Jeff Lynne. Als dieser nämlich im Jahr 1970 zu "The Move" stieß, hatte er seine Kollegen zu einem neuen Projekt gedrängt, das mit einer Melange aus Klassik, speziellen Toneffekten und Rockmusik dort weitermachen solle, wo die Beatles mit "I am the Walrus" aufgehört hatten. Ihre Aufnahmen wie "10538 Overture" aus ihren ersten Album "The Electric Light Orchestra" (1971) klangen noch etwas unausgegoren; die klassischen Elemente "fremdelten" noch mit der Rock-Musik. Anders schon der Nachfolger "ELO 2" (1973) mit der Hymne "Roll over Beethoven" - das genialste Cover eines Songs von Chuck Berry. Hier ergänzten sich die Geigen und die E-Gitarren zum neuen Sound des Classic-Rock. Durch den Anfangserfolg bestätigt, tüftelte Jeff Lynne, ab 1972 ohne Roy Wood, an der Musik der Gruppe. Die folgenden Langrillen "Face The Music" (1975), "A New World Record" (1976) und "Out Of The Blue" (1977) bewiesen, dass die Saat dieses Pojektes aufgegangen war. Dafür stehen ihre Songs wie "Evil Woman" (1975), "Livin' Thing" (1976) , "Do ya", "Telephone Line" und "Turn to Stone" (alle 1977) sowie "Mr. Blue Sky" (1978). Bald beschritt Mr. Lynne jedoch musikalisch neue Wege und näherte sich mit dem Album "Discovery" der Disco-Musik an. Bevor er zu Beginn der Achtziger mit der LP "Time" wieder auf gewohnten Pfaden ging. Aber nun zu unserem Titel von heute: Wir bringen den feinen Rock-Song "Do ya" aus dem prämierten Album "A New World Record" - übrigens ein Remake des gleichnamigen Titels der Vorgänger-Gruppe "The Move". Viel Spaß! Euer Joachim