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Randolph Rose

Wer kennt sie nicht, die flotten Schlager des Randolph Rose aus der Zeit der ZDF-Hitparade... Einst gingen sie millionenfach über die Ladentheke. Seine Titel - zumeist deutsche Cover-Versionen US-amerikanischer Originale - wie "Silvermoon Baby" (im Original vom Ex-Monkee Mike Nesmith), "Silvias Mutter" ("Sylvia's Mother" von Dr. Hook & The Medicine Show) und "La La Love Song" ("La La Peace Song" von Al Wilson) schossen im Raketentempo an die Spitze der deutschen Verkaufscharts. Ebenso wagte sich der sympathische Sänger mit dem dunklen Teint an eine französische Produktion: Mit "Nur ein Flirt" verpasste er dem Chanson "Pour Un Flirt" von Michel Delpech ein deutsches Kleid.

Randolph, der Cousin von Marianne Rosenberg

Als Sohn eines Puertoricaners und einer Deutschen erblickte der kleine Randolph am 7. Juli 1954 im fränkischen Bamberg das Licht der Welt. Früh gelangte der junge Künstler, Cousin von Marianne Rosenberg, ins Showgeschäft, spielte in den 60ern dank guter Kontakte in zahlreichen Fernsehproduktionen wie beispielsweise "Tommy Tulpe" und "Till, der Junge von nebenan". Unglaublich mag dem Leser nun folgende Anekdote erscheinen, die Klein-Randolph tatsächlich passiert ist:

Randolph RoseFotos: teampromotions.de

Im Alter von 14 Jahren hatte der bereits singende und steppende Randolph ein Konzert des von ihm verehrten Sammy Davis jr. in Berlin angesehen und natürlich versucht, an ein Autogramm zu kommen. Irgendwie schaffte er es bis in den Garderoben-Flur, als Sammy Davis ihn bemerkte und überrascht rief: "Hey, young man, du siehst ja so aus wie ich. Kannst du auch singen?" Randolph war nicht auf den Mund gefallen, nickte eifrig. Damit war das Eis gebrochen: Sofort nahm der US-Star seinen Fan mit in die Katakomben des Theaters; ein Traum ging in Erfüllung. "Man muss sich vorstellen, ich wollte nur ein Autogramm, und hatte auf einmal mein Idol für mich allein", freut sich der Sänger noch heute.

Ein Tanz mit Mr. Bojangles

Damals sangen sie etliche Nummern gemeinsam. Randolph nutzte diese Chance, zeigte seine tänzerischen Qualitäten auf engstem Raum. Schließlich kam "Mr. Bojangles" eine Idee, an die Randolph nie im Traum dachte: Mr. Davis schlug vor, den Jungen in seine letzten Shows mit einzubauen. Sofort wurde Randolphs Mutter geholt, die ihn beim Konzert begleitete und nun noch ihr Okay geben musste. So kam es zu einer Blitzkarriere durch Hilfe von allerhöchster Stelle. Schon kurz darauf stand Randolph in Hamburg mit seinem Idol gemeinsam auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Mit Folgen, denn nur ein Jahr später verfügte der Junge bereits über einen eigenen Plattenvertrag. Und da schließt sich der Kreis: Im zarten Alter von 17 landete er mit seinem "Silvermoon Baby" in den deutschen Charts. Kein Geringerer als Peter Orloff hatte ihn angeregt, diesen Titel, den einst Mike Nesmith von den berühmten Monkees geschrieben hatte, auf Deutsch zu singen.

Doch in den folgenden Jahren ließen die Plattenerfolge leider nach; Randolph verschwand von der Showbühne. Viele Jahre tingelte er sich durch diverse Schlager-Revival-Festivals, um erst 2006 wieder ein neues Album auf den Markt zu bringen: "Musik macht jeden Himmel blau" erscheint wie eine Hommage an die alten 70er, denen der Sänger so viel zu verdanken hat. Hier hat er seine Erfolgslieder dem Zeitgeist angepasst, neu aufgelegt. Aus diesem Werk koppelte das Label dann den Song "Wenn ein Tag schon so gut anfängt" als CD-Single aus.

Mackie Messer und das Rat Pack

Auch sonst kann Rose nicht über mangelnde Beschäftigung klagen: Unter dem Motto "That's Life" tourt er seit wenigen Jahren als Sammy Davis-Double durch die Lande. Diese "Rat Pack-Tour" verkörpert den Charme der guten, alten Zeit in Las Vegas, wo Sammy mit seinen Freunden Frank Sinatra und Dean Martin jahrelang auftrat und viel Spaß hatte. Dabei gelingt es ihm stets, eine mitreißende Fassung von "Mackie Messer" vorzutragen. Auch tänzerisch bringt er Las-Vegas-Feeling auf die Bühne.

Anfang 2006 hat er sich mit seiner Frau Gisela und seinem Sohn Ronhald einen Traum erfüllt, verzog auf einen Bauernhof nach Westerkappeln bei Osnabrück. Dort lebt er mitten in einem Naturschutzgebiet sehr ländlich, mit viel Ruhe und Grün drum herum. "Ein wunderbarer Ausgleich zum oft hektischen Showgeschäft", schwärmt der sympathische Randolph. Als Ausblick verkündet er: "Ich möchte in Zukunft nur noch die Lieder singen, die mir persönlich Spaß machen und nicht die, die Plattenfirmen oder Produzenten aus marktpolitischen Überlegungen vorschreiben wollen." Als Fazit bleibt: Randolph Rose - ein angenehmer Künstler. Vielleicht entwickelte sich deshalb eine langjährige Freundschaft mit Sammy Davis jr., die bis zum Tod des großen Sängers bestand.

Joachim Eiding

Quellen: swr.de - smago.de - artandact.de - caribic-records.de

 

music4ever.de - Was macht eigentlich ... - Nr. 29 - 2/09